|
Official Link - Trailer -
Kinoprogramm
Increschantüm
«Er war blind, er war kleinwüchsig, aber er hatte ein übergrosses
Ohr. Fränzli nannte man ihn, sein richtiger Name war Franz Josef
Waser. Seine Familie, jenisch von Herkunft und musikantisch aus
Berufung, hatte sich im Unterengadiner Weiler Chaflur bei Tschlin
niedergelassen, sein Geigenspiel jedoch war berühmt von Mailand bis
nach Innsbruck. Fränzli besass das absolute Gehör und die besondere
Gabe des wandernden Musikanten, das unterwegs Gehörte sofort
nachzuspielen. In seinem Repertoire vermengten sich die Tanzweisen
der weiten Welt, die Polkas, Mazurkas undWalzer, mit den wehmütigen
Melodien des Engadins. Als der Virtuose 1895, erst 37jährig,
verstarb, führten die Wasers die Familientradition fort. Bis in die
Zwischenkriegszeit hinein gehörte die «Fränzlimusik» zum
Festkalender des Engadins und der benachbarten
Regionen.
Anfang der 80er-Jahre begannen die drei Tschliner
Brüder Domenic, Duri und Curdin Janett die alten Engadiner Tänze
systematisch aufzuarbeiten; ihr Quintett, zusammen mit Men Steiner
und Flurin Caviezel gegründet, ist nach den famosen Vorfahren
getauft.
Obwohl die Gruppe am ursprünglichen Instrumentarium
festhält - Violine, Viola und Kontrabass, Klarinette und Cornett -,
beschränkt sie sich nicht darauf, die Fundstücke einfach
nachzuspielen, die neuen Fränzlis bearbeiten verwandte Volksweisen
und schreiben neue Kompositionen nach altem Muster. Und ganz nach
ihren Vorbildern reichern sie das Repertoire laufend mit jenen
Stilen an, die sie unterwegs, quasi duroh die Jahrzehnte reisend,
antreffen: impressionistische Klassik, Swing, italienische
Filmmusik, Balkanmotive.»
Benedetto Vigne,
züritipp
Text: Frenetic Films
 
Official Link - Trailer -
Kinoprogramm
|