Jenische, Sinti und Roma in der Schweiz


Einladung zur Buchvernissage und Podiumsdiskussion


Foyer der Universitätsbibliothek Basel
Schönbeinstrasse 18-20, 4056 Basel
Mittwoch, 2. April 2003, 18.15 Uhr


Begrüssung
Hannes Hug, Direktor der Universitätsbibliothek Basel
Dr. David M. Hoffmann, Verlagsleiter, Schwabe & Co. AG, Basel
Prof. Dr. Kaspar von Greyerz, Historisches Seminar der Universität Basel

Podiumsdiskussion
Robert Huber, Präsident Radgenossenschaft, Zürich
Dr. Stéphane Laederich, Präsident Rroma-Foundation, Zürich
Thomas Kessler, Delegierter für Migrations- u. Integrationsfragen des Kt. BS
Moderation: Dr. Helena Kanyar Becker, Fachreferentin, Universitätsbibliothek Basel

Apéro

Musikalische Umrahmung
Duo Tschawo

Buchvorschau des Verlags Schwabe & Co. AG, Basel:
(aus der Homepage www.schwabe.ch)
Jenische, Sinti und Roma in der Schweiz
BBG 176
Helena Kanyar Becker (Hrsg.)
Jenische, Sinti und Roma in der Schweiz
2003. 185 Seiten mit 10 Abbildungen. Broschiert.
Fr. 48.- / € 33.50
ISBN 3-7965-1973-3

Basler Beiträge zur Geschichtswissenschaft
Begründet 1938 von E. Bonjour, W. Kaegi und F. Staehelin
Weitergeführt von F. Graus, H. R. Guggisberg, H. Lüthy und M. Mattmüller
Herausgegeben von K. v. Greyerz, H. Haumann, G. Kreis, W. Meyer, J. Mooser, A. v. Müller, C. Opitz, M. Schaffner und R. Wecker

Jenische, Sinti und Roma in der Schweiz
In der Schweiz leben etwa 35000 Jenische und Sinti, entweder in einer eigenen Kommunität oder als unsere unauffälligen Nachbarn. Etwa 2500 von ihnen sind noch als Fahrende vom Frühling bis zum Herbst unterwegs. Ein Teil von ihnen ist noch in den traditionellen Berufen der Jenischen wie Scherenschleifer, Schirmflicker, Korbflechter oder Marktfahrer tätig; andere haben sich als Eisen-, Kleider-, Möbel- oder Teppichhändler etabliert. Rund 30000 Roma-Flüchtlinge aus Südosteuropa werden in einem langzeitigen Prozess in der Schweiz integriert.

Die Aufarbeitung des düsteren Kapitels der Hilfsaktion Kinder der Landstrasse seit den siebziger Jahren hat die lange Geschichte der Diskriminierung der Jenischen, Sinti und Roma ins Bewusstsein der Schweizer Öffentlichkeit gerückt. Mehrere Beiträge des Bandes befassen sich mit diesem Thema: Thomas Meier fasst den Stand der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Hilfsaktion von den aufrüttelnden Artikeln im Schweizerischen Beobachter von 1973 bis zum im Jahr 2000 bewilligten Nationalen Forschungsprogramm zusammen. Graziella Wenger schildert das erschütternde Schicksal eines Opfers der Hilfsaktion, ihres Bruders Andreas, und illustriert den Fall mit zahlreichen Dokumenten aus dem Schweizerischen Bundesarchiv. Neben dem Blick zurück auf diesen Versuch, die Kultur der Fahrenden in der Schweiz zu zerstören, befasst sich das Buch aber auch mit der gegenwärtigen Situation der Jenischen, Sinti und Roma in Alltag und Gesellschaft. So erklärt Venanz Nobel unter anderem, was Betonjenische sind, und Cristina Kruck schildert die lebendigen Traditionen und Bräuche der Roma. Die Jenischen haben sich heute in der Radgenossenschaft der Landstrasse politisch organisiert und arbeiten im Rahmen der Stiftung Zukunft für Schweizer Fahrende mit Vertretern der Behörden von Bund, Kantonen und Gemeinden zusammen.

Ergänzt und illustriert werden die Beiträge mit Aufnahmen des Fotografen Urs Walder, der Jenische, Sinti und Roma seit 1987 auf vielen Reisen durch die Schweiz begleitet hat. Seine Fotoaufnahmen sind keine Illustrationen eines romantisierten «lustigen Zigeunerlebens», sondern zeigen ungeschönt den harten Alltag, aber auch das vielseitige kulturelle Leben der Fahrenden.


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