Der Verein der Jenischen e.V., Singen hat (noch?) keine Homepage.
Nachfolgend ein Zeitungsbericht über den Verein, gefunden im
Singener Wochenblatt
"Singener Wochenblatt vom 7.1.2004

Verein der Jenischen gegründet
(Singen.) Selbst der Hegau-Geschichtsverein hat vor 40 Jahren bereits ihnen eine Sonderveröffentlichung gewidmet, den Jenischen. Ihr Leben ist eng mit der Singener Stadtgeschichte verbunden. Jetzt haben sie den Verein der Jenischen e.V. gegründet, der zum Jahresende 2003 auch die Gemeinnützigkeit erreicht hat. Ziel ist es, die eigene Kultur zu pflegen und zu dokumentieren. Viele Vorgespräche hat es im letzten Jahr dafür gegeben, jetzt hoffen die Sprecher des Vereins, Alexander Flügler und Roland Siber, dass ihnen die Stadt Singen ein Grundstück anbietet, auf dem sie sich den Traum von einem Dokumentationszentrums erfüllen können. Singen hat im Leben der Jenischen seit mindestens zwei Jahrhunderten eine wichtige Rolle gespielt. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass dem neuen Singener Verein Mitglieder aus dem Elsass und Nordbaden angehören. Sie alle gehören zu einem Kulturkreis, der längst bedroht ist, die eigene Identität zu verlieren. Die Jenischen haben wie andere heutige Minderheiten den Wechsel von der mobilen Ritterzeit zur Verstädterung nicht mitgemacht. Sie blieben mit ihren spezifischen beruflichen Tätigkeiten mobil: Korbflechter, Kesselflicker, Messerschleifer und vieles mehr. Sie hatten ihre eigene Sprache und pflegten sie. Ihre Geschichte ab 1905 in Singen aufzuzeigen, ist das Ziel des neuen Vereins. Bilder sind als Grundstock vorhanden. Viele Familien sind sehr genau zurückzuverfolgen. Ihre Entwicklung zu zeigen, ist ebenso ein Anliegen des neuen Vereins. Viele der Mitglieder sind heute als Geschäftsleute zu bezeichnen, haben eigene Unternehmen und sind erfolgreich in modernen Berufen tätig. Alexander Flügler lässt keinen Zweifel daran: "Jeder Zweite, der sich hier als Jenischer ausgibt, ist keiner!" Mancher, der in den 70er Jahren in Singen mit Achsbruch angekommen ist, hat mit dieser deutschen Volksgruppe eigentlich nichts zu tun. Die Jenischen waren in Singen als Gruppe in sich funktionierend, solange sie in Sippen beieinander waren. Barackensiedlungen standen in Singen erst am Seewadel, dann an der Steißlingerstraße und zuletzt an der Fittingstraße. An diese Zeiten soll erinnert werden. Da kreuzen sich einige Wege der Singener Stadtgeschichte: Wilhelm Waibel hat sich immer schon ein Dokumentationszentrum für das frühere Lager auf der Theresienwiese gewünscht. Klaus-Michael Peter hat sich für das städtische Jahrbuch einiges vorgenommen. Und angeknüpft werden könnte an die geschichtliche Aufarbeitung der Singener Sozialgeschichte durch Dr. Gerd Zang. Gespräche mit Oberbürgermeister Andreas Renner und einigen Stadtratsvertretern waren bisher positiv, dafür danken auch Flügler und seine Vorstandskollegen. Auch einige Firmen haben für ein kleines Museum Unterstützung zugesagt. Alexander Flügler und Roland Siber stellen sich vor, drei Baracken im alten Stil zu auf einem Lagerplatz zu errichten. In zwei würden sie selbst einziehen, die Dritte wäre das Museum, in dem vor allem auch Schüler und Jugendliche dieses Stück Singener Tradition kennenlernen könnten. Den sozialen Ausgleich durch ein Kulturzentrum zu schaffen, ist ein Ziel des Vereins, dessen Vorstand neben den beiden Vorsitzenden noch Silvano Siber, Benedikt und Karl Strass, Silvano Flügler, Romana Kreischer und R. Keller angehören. Der neue Verein ist natürlich auch auf Spenden angewiesen. Die Kontonummer ist bei der Sparkasse (Blz 69250035) 4874764.

Verein der Jenischen e.V. an der Kulturnacht 2005
Generalversammlung 2005
Pressetext zum jenischen Kulturfest 2004
Bericht von der Pressekonferenz am 7.9.2004
Singener Wochenblatt 7.1.2004: Gründung des Vereins
Fotos vom jenischen Ball
Bericht von www.thata.ch


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